Die Geschichte des Bayerischen Jugendrotkreuzes

Am 18. Oktober 1947 wurde das Bayerische Jugendrotkreuz gegründet. Auch über 60 Jahre später sind die Gründungsideen – Völkerverständigung, Hilfe für andere Menschen und Gesundheit – noch aktuell und bestimmen die Arbeit des Jugendverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes.

1925
Der Hauptvorstand des Deutschen Roten Kreuzes gründet das Deutsche Jugendrotkreuz (DJRK). Vorbild ist das Jugendrotkreuz in den USA.

30er Jahre
Als Adolf Hitler an die Macht kommt, nimmt der Aufschwung des Jugendrotkreuzes ein jähes Ende. Das JRK wird von der Hitlerjugend aus den Schulen verdrängt. Es existiert während der Nazi-Zeit faktisch nicht.

1945
Die Amerikaner übergeben dem Roten Kreuz in Bayern den Auftrag zur Wahrnehmung seiner Aufgaben. Konstantin Prinz von Bayern – damaliger Präsident des BRK – regt die Wiedererrichtung des Jugendrotkreuzes an.

1947
Der Landesvorstand des Bayerischen Roten Kreuzes beschließt die Gründung des Jugendrotkreuzes. Die erste Jugendrotkreuz-Gruppe nach dem Krieg entsteht in Memmingen im Allgäu.

1948
Mit Hilfe einer vom amerikanischen Jugendrotkreuz (AJRC) gespendeten Druckmaschine wird es möglich, Schriften zu drucken und die Arbeit des JRK der Öffentlichkeit vorzustellen. Werkbriefe werden als Material für Schüler und Lehrer herausgegeben und vom Bayerischen Kultusministerium ergeht ein Erlass, nach dem in den Schulen Erste-Hilfe-Kurse vom Roten Kreuz gegeben werden können und sollen.

1949
März – Der „vorläufige Landesausschuss Jugendrotkreuz“ trifft sich in Stockdorf zu seiner ersten Sitzung. Themen sind die Organisation und die Frage, wie die Arbeit des Bayerischen Jugendrotkreuzes an den Schulen aussehen soll.

1952
Das Bayerische Jugendrotkreuz erstellt Arbeitsbriefe mit allgemeingültigen und aktuellen Informationen um das Jugendrotkreuz als Unterlage für die Gruppenarbeit.

1953
Es ist schwierig, Jugendliche als Gruppenleiter für das JRK zu gewinnen. In Schulungslagern sollen Jugendleiter-Aspiranten auf ihre künftige Aufgabe, eine Gruppe der „Helfenden Jugend“ zu leiten, vorbereitet werden.

1954
400 Kinder haben allein in Niederbayern/Oberpfalz eine Ausbildung in Erster Hilfe und häuslicher Krankenpflege absolviert.
In fast 5.000 Volksschulklassen hat das JRK Eingang gefunden.

1956
In Bayern gibt es inzwischen 133 Gruppen der „Helfenden Jugend“.
Die Bedeutung der außerschulischen JRK-Gruppen wächst.

1959
Mit Nachdruck wird die Gruppenleiter-Ausbildung gefördert. Eine eigene Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Ausarbeitung der entsprechenden Schulungsprogramme und -unterlagen.
Der Landesvorstand des BRK billigt eine Richtlinie, nach der Jugendgruppen als Untergliederung der Jugendgemeinschaft gebildet werden können und Leiter der Jugendarbeit aufgestellt werden.

1961
Ein besonderes Programm ist die Schulkistenaktion, durch die Schulklassen in Afrika, vor allem in Togo, Kamerun und Nigeria, mit den dringendst benötigten Schulmaterialien versorgt werden.

1962
Auf Landesebene gibt es den 4. Erste-Hilfe-Wettbewerb des JRK.

1965
Erstmals findet in Bayern ein Lehrgang in Realistischer Unfalldarstellung (heute: Notfalldarstellung) für Jugendliche statt.
Die Zahl der internationalen Begegnungen steigt in erfreulichem Maße.

1966
Das Deutsche Jugendrotkreuz wird in den Deutschen Bundesjugendring aufgenommen.

1971
Die Forderungen der Jugendlichen nach Beteiligung an Protesten und politischem Engagement wird vom LAJ zunächst mit deutlicher Zurückhaltung aufgenommen, da befürchtet wird, die Neutralität des Roten Kreuzes könnte in Gefahr geraten. „JRK und politische Bildung“ wird zum Thema.
Der Schulsanitätsdienst besteht seit 20 Jahren.

1972
Das Bayerische Jugendrotkreuz feiert sein 25-jähriges Bestehen nach dem 2. Weltkrieg.
Die Jugendzeitschrift des BJRK, die „baff“, erscheint.

1973
Ein neues JRK-Zeichen wird präsentiert und JRK-Ausweise werden neben dem „Mitgliedsbuch“ eingeführt.

1974
Eine neue JRK-Ordnung wird verabschiedet, in der die Ziele „Persönliche Verantwortung für die Gesundheit“, „Soziales Engagement“ und „Frieden, Verständigung zwischen den Völkern und internationale Zusammenarbeit“ formuliert sind.

1975
Das Thema „Sexualpädagogik“ soll in die Gruppenleiter-Ausbildung aufgenommen werden.
Der LAJ beschließt die Einführung von JRK-Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold.
Mit der neuen Ordnung des BJRK wird das Eintrittsalter auf 10 Jahre herabgesetzt.

1976
Das Bayerische Jugendrotkreuz wird als Jugendverband in den Bayerischen Jugendring aufgenommen.

1977
Das BJRK zählt 13.000 Mitglieder.

1981
Die Leonore von Tucher-Stiftung wird gegründet, um Jugendlichen, die sich in der JRK-Arbeit verdient gemacht haben zu ermöglichen, kostenlos an Sprachkursen in England und Frankreich teilzunehmen.

1982
Mit der neuen Ordnung des Bayerischen Jugendrotkreuzes wird das Mindestalter auf sechs Jahre herabgesetzt. Es gibt bereits gute Erfahrungen mit Kindergruppen.

1988
Es wird eine verbindliche Regelung für die Ausbildung der Führungskräfte im Bayerischen Jugendrotkreuz getroffen. Sie gliedert sich in eine dreiteilige Grundausbildung mit jeweiligen Abschlusslehrgängen für Kinder- und Jugendgruppenleiter und für Leiter der Jugend-/Gruppenarbeit.

1991
Leider gibt es im Bayerischen Jugendrotkreuz rückläufige Mitgliederzahlen und einen Mangel an Führungskräften.
Das Projekt „Juniorhelfer“ tritt in seine erste Pilotphase ein.

1993
Nach der Genehmigung durch das Kultusministerium steht der allgemeinen Einführung des Juniorhelfers an Grundschulen nichts mehr im Wege. Der Schulsanitätsdienst findet durch den Juniorhelfer Eingang in die Grundschulen.

1994
Die Kampagne „Arme für Meri“ (gegen Antipersonenminen) wird ins Leben gerufen.

1995
70 junge Menschen nehmen am „Symposion der Jugendarbeit im Bayerischen Roten Kreuz“ teil und machen sich Gedanken über neue Ansätze für die Jugendarbeit der Zukunft.
Der Juniorhelfer III wird als Pilotprojekt an den ersten Hauptschulen erprobt.

1996
Die „baff“ erscheint in einer Auflagenhöhe von 10.000 Stück.
Das Body & Grips-Mobil fährt erstmals durch Bayern.

1997
Das Bayerische Jugendrotkreuz ist im Internet vertreten.

1999
Die Kampagene „Youth must act“ setzt sich gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten ein.
 
2000
Das Ehrenamtlichen InfoSystem (kurz EIS), ein neues JRK-Logo (Weltkugel mit drei Männchen) und der „Runde-Tisch“ der Gemeinschaften werden ins Leben gerufen.
Nach einer 30jähriger Pause wurde zum wieder zum ersten Mal ein Erste-Hilfe-Wettbewerb durchgeführt.
Dem amerikanischen  Präsidenten Bill Clinton werden 18.003 Unterschriften gegen den Einsatz von Landminen übergeben.

2001
Die bayerische Kampagne „Schutz vor Schmutz“ und die bundesdeutsche Kampagne „Bleib‘ COOL ohne Gewalt!“ haben ihren Auftakt.
Die JRK-Landesversammlung tagt zum ersten Mal.
Die Leonore von Tucher-Stiftung ändert ihren Stiftungszweck und fördert nun auch Projekte der JRK-Arbeit.

2004
Dr. Beate Merk (ab 2008: Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz) wird Schirmherrin des Bayerischen Jugendrotkreuzes.
Die Kampagne „ARMUT: schau nicht weg!“ thematisiert die Kinderarmut in Deutschland.

2005
Das „First international Youth Camp“ mit über 300 Teilnehmern aus über 20 Nationen findet in München statt.
Im Rahmen der Kampagne „Schutz vor Schmutz“ werden fast 4.000 Unterschriften dem Bundesministerium übergeben.

2007
Der erste bayerische Schulsanitätsdienst-Wettbewerb findet in Pleinfeld statt.
Das Bayerische Jugendrotkreuz feiert seinen 60. Geburtstag.
Die bundesweite und grenzüberschreitende Kampagne „Deine Stärken! Deine Zukunft! Ohne Druck!“ wird ins Leben gerufen.

2008
Der JRK-Landesausschuss beschließt eine Vision für das Bayerische Jugendrotkreuz.

2009
Das Bayerische Jugendrotkreuz verstärkt seine Aktivitäten im Bereich der Interkulturellen Öffnung.
Die JRK-Landesversammlung beschließt einen Verhaltenskodex zur Gewaltprävention.

2010
Mit der Initiative zur Gewaltprävention „STOP! Augen auf!“ unterstreicht das Bayerische Jugendrotkreuz wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen.
Das Bayerische Jugendrotkreuz ist im sozialen Netzwerk Facebook vertreten.
Circa 95.200 Mitglieder gehören zum Bayerischen Jugendrotkreuz – dem eigenständige Jugendverband des Bayerischen Roten Kreuzes.

2011
Der gesellschaftliche Wandel fordert das Jugendrotkreuz heraus, strategische Konzepte, gezielte Maßnahmen und neue Engagement-Formen zu entwickeln, um auch zukünftig ein attraktiver Jugendverband zu sein.
Zudem wird die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen intensiviert.

2012

Die JRK-Kampagne "Klimahelfer – änder’ was, bevor’s das Klima tut" geht bundesweit an den Start und dreht sich um die humanitären Folgen des Klimawandels.
Im Bereich der Interkulturelle Öffnung arbeitet das Bayerische Jugendrotkreuz mit der Alevitischen Jugend in Bayern und dem Bayerischen Jugendring innerhalb des Projekts "Go together" Hand in Hand.

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